Selbstdarstellung der Initiative

Veröffentlicht auf von Carl-Friedrich Waßmuth

Patienteninitiative gegen die Schließung der reproduktionsmedizinischen Abteilung der Charité

Selbstdarstellung


Patienteninitiative gegen die Schließung der
reproduktionsmedizinischen Abteilung der Charité
c/o Fam. Waßmuth
Friedenstraße 3
10249 Berlin
0179-7724334


Gründungsanlaß


Die Charité schließt überraschend zum Jahreswechsel ihre reproduktionsmedizinischen Abteilung. Es hat sich eine Patienteninitiative gegründet, die sich gegen diese Maßnahme zur Wehr setzen möchte. Insbesondere die Schnelligkeit der Maßnahme macht uns betroffen: Wir haben am12.12.08 davon erfahren. Von der Bekanntmachung bis zur Schließung sind es kaum mehr als zwei Wochen.


Forderungen im unmittelbaren eigenen Interesse


  • wir verlangen sofortige Aufklärung über Verlauf und Zukunft der aktuellen Behandlungen
  • wir möchten umgehend wissen, zu welchen Konditionen die kryokonservierten Embryonen aufbewahrt bzw. übergeben werden

Forderungen im mittelbaren eigenen Interesse


  • Die überhastete Schliessung muss zurückgenommen und in ein geordnetes, wenigstens 6-monatiges Verfahren übergeleitet werden. Dabei sind auch Optionen zum Weiterbetrieb zu prüfen.

Forderungen im gesellschaftlichen Interesse


Wir sind der Überzeugung, dass die Schliessung für Patienten und Gesellschaft ein großer Verlust darstellt. Private Fertilitätspraxen sind in mehrfacher Hinsicht keine Alternative. Unsere Positionen:

  • Forschung, Ausbildung und praxisnahe Weiterentwicklung der Methoden finden dort nicht statt.
  • durch die hohen Kosten und Zahlungsbedingungen wird vermutlich weiteren 50 % der Patienten mit Kinderwunsch aus der Region dieser Wunsch künftig unerfüllbar bleiben.
  • hinsichtlich der Erkrankung "unerfüllter Kinderwunsch" setzt sich die Ausgrenzung fort. Bereits durch die Verpflichtung, die Hälfte der Kosten zu übernehmen, wurde bundesweit 50 % der Patienten mit diesem Krankheitsbild die Hoffnung auf ein eigenes Kind genommen, den nicht unbedeutende finanzielle Belastungen auferlegt. Diese Belastungen werden nun nicht unerheblich steigen.
  • mit der Schliessung der reproduktionsmedizinischen Abteilung der Charité wird Patienten die Möglichkeit auf die bestmögliche Behandlung zukünftig womöglich verwehrt. Gerade Patienten, die bereits in private Fertilitätspraxen schlechte Erfahrungen machen mussten, konnten in der Charité doch noch ihren Kinderwunsch erfüllt sehen. Trotz dieser verstärkten Belastung mit schwierigen Fällen liegt die reproduktionsmedizinischen Abteilung der Charité hinischtlich Schwangerschaftsrate und Rate für "Baby-take-home" auf dem gleichen Niveau wie alle anderen auch.
  •  bevölkerungspolitisch bedeutet die weitere Verlagerung zu den private Fertilitätspraxen - verbunden mit der Ausgrenzung über hohen Kosten und Zahlungsbedingungen  - den Verzicht auf hunderte von Geburten.

Kritik am Vorgehen des Vorstands der Charité


  • Die kurze Frist ist beispiellos. Dieser Umgang mit Patienten und Mitarbeitern muss schlicht als rücksichtslos bezeichnet werden. Ausgearbeitete Alternativen zur Schließung wurden nicht in Betracht gezogen.
  • Gleichzeitig sind die angegebenen Begründungen für die Schliessung alles andere als stichhaltig. Bei den Kosten geht es angeblich um 200.000 Euro. Die Aufstellung und Zuordnung dieser ist vollkommen intransparent und bei Gegenrechnung auch unglaubwürdig. Dazu erarbeitet die Initiative derzeit ein Papier, in dem die Kostenvorwürfe detailliert widerlegen werden.

Stand: 19.12.2008

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